📖 Malibu Rising von Taylor Jenkins Reid
Roman · Einzelband

| 📚 Darum geht’s | Während einer legendären Sommerparty in Malibu holen die Vergangenheit und alte Familiengeheimnisse die berühmten Riva-Geschwister ein. |
| 💭 Mein Eindruck | Atmosphärisch und mit starken Rückblicken erzählt, verliert der Roman für mich während der eigentlichen Party an Tiefe. Die Familiengeschichte hat mich mehr berührt als das große Finale. |
| ⭐ Bewertung | ⭐⭐⭐✨☆ (3,5/5) |
Manchmal sind die Erwartungen einfach zu groß.
Nach Die sieben Männer der Evelyn Hugo, Daisy Jones & The Six und Atmosphere war für mich klar: Taylor Jenkins Reid gehört zu den Autorinnen, deren Bücher ich ungelesen kaufen würde. Sie hat für mich eine besondere Art zu erzählen – Figuren wirken lebendig, Beziehungen glaubwürdig und ihre Geschichten tragen oft einen leisen, aber kraftvollen feministischen Unterton.
Vielleicht war genau deshalb die Fallhöhe bei Malibu Rising so groß. Ich wollte dieses Buch lieben. Am Ende blieb für mich leider vor allem das Gefühl zurück, dass hier deutlich mehr möglich gewesen wäre.
„Manchmal tragen wir das Feuer schon lange in uns, bevor jemand das Streichholz anzündet.“
Worum geht’s?
Malibu, August 1983. Die berühmten Riva-Geschwister bereiten sich auf ihre legendäre Sommerparty vor – ein Ereignis, bei dem sich jedes Jahr Stars, Surfer und die High Society versammeln.
Doch hinter der schillernden Fassade verbirgt sich eine Familie, die seit Jahren von Verletzungen, Enttäuschungen und ungelösten Konflikten geprägt ist. Während die Nacht ihren Lauf nimmt, holen die Vergangenheit und lang gehütete Geheimnisse die Geschwister ein.
🌊 Malibu wird fast zu einer eigenen Figur
Was Taylor Jenkins Reid nach wie vor unglaublich gut kann, ist Atmosphäre schaffen. Die Beschreibungen der kalifornischen Küste, der Wellen, der Hitze und dieses typischen Sommergefühls haben mir richtig gefallen. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, den salzigen Wind selbst zu spüren.
Auch die Rückblicke in die Vergangenheit haben mich überzeugt. Gerade die Geschichte der Eltern und die schwierige Kindheit der Riva-Geschwister verleihen dem Roman Tiefe und machen verständlich, warum die vier heute so sind, wie sie sind.
💛 Die Geschwister waren das Herz der Geschichte
Besonders Nina hat mich berührt. Sie übernimmt schon früh Verantwortung für ihre Geschwister und stellt ihre eigenen Bedürfnisse immer wieder hinten an. Diese Dynamik innerhalb der Familie empfand ich als den stärksten Teil des Romans.
Überhaupt gelingt es Taylor Jenkins Reid wieder einmal, Beziehungen glaubwürdig zu erzählen. Gerade die Verbundenheit der Geschwister war für mich der eigentliche Mittelpunkt der Geschichte – viel mehr als die angekündigte Party.
🤍 Ehrliche Kritik
Leider verliert der Roman für mich genau dort an Kraft, wo er eigentlich seinen Höhepunkt erreichen sollte.
Die Rückblenden haben mich deutlich mehr gefesselt als die eigentliche Gegenwartshandlung. Sobald die Party beginnt, verlangsamt sich das Erzähltempo für mich spürbar. Plötzlich tauchen zahlreiche Nebenfiguren auf, die ausführlich beschrieben werden, ohne der Geschichte wirklich etwas hinzuzufügen.
Dadurch wirkte vieles erstaunlich oberflächlich. Statt die emotionalen Konflikte der Geschwister weiter zu vertiefen, rücken Drogen, Alkohol, Affären und Partyszenen immer stärker in den Vordergrund. Das passte zwar zum Setting, konnte mich aber auf Dauer nicht tragen.
Auch einige Konflikte waren früh vorhersehbar, und das große Finale hinterließ bei mir weniger Eindruck, als ich nach der langen Vorbereitung erwartet hatte. Das Ende fühlte sich für mich eher ernüchternd als bewegend an.
Hinzu kommt, dass ich einige Anspielungen auf Figuren aus anderen Büchern der Autorin zwar erkannt habe, sie diesmal aber etwas zu offensichtlich fand. Für Fans mag das ein nettes Wiedersehen sein – für mich wirkte es eher wie ein kleiner Fanservice, den die Geschichte nicht gebraucht hätte.
Fazit
Malibu Rising ist für mich kein schlechtes Buch – aber gemessen an dem, was ich von Taylor Jenkins Reid kenne, leider das bislang schwächste.
Die Atmosphäre, die Rückblicke und die Familiengeschichte haben mir wirklich gut gefallen. Doch je näher die Handlung ihrem eigentlichen Mittelpunkt kommt, desto mehr verliert sie für mich an Tiefe. Statt eines emotionalen Familiendramas blieb am Ende vor allem eine lange Partynacht, die mich überraschend wenig berührt hat.
Wer sommerliche Schauplätze, Familiendramen und Geschichten über Geschwister liebt, wird hier wahrscheinlich schöne Lesestunden verbringen. Wer allerdings dieselbe erzählerische Wucht wie in Die sieben Männer der Evelyn Hugo oder Daisy Jones & The Six erwartet, sollte seine Erwartungen vielleicht etwas herunterschrauben.
Ich werde Taylor Jenkins Reid trotzdem treu bleiben – denn wenn sie eines bewiesen hat, dann, dass sie großartige Geschichten erzählen kann. Dieses Mal hat sie mich allerdings nicht ganz erreicht.
3,5 von 5 ⭐
Welches Buch von Taylor Jenkins Reid hat euch bisher am meisten begeistert? Und gab es auch eines, das euch eher enttäuscht hat?
📚 Rezension zu einem selbstgekauften Exemplar.
Eure Miriam